Aktuelles

4. Dalbergakademie
 

Die Aufklärung am Rhein und die Dalberger


24.-26.August 2022

im Blauen Saal von Schloss Herrnsheim

 

Mittwoch, 24.August 2022, 19 Uhr

Kants "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?"

Prof. Peter Bernhard

Jean-Jacques Rousseau - Aufklärer und Kritiker der Aufklärung

Prof. Maximilian Forschner                    (Erlangen)

Donnerstag, 25. August 2022, 19 Uhr

"Literatur der Aufklärung in der Herrnsheimer Dalbergbibliothek" und Lesung aus Felix Anton Blochs Buch "Ueber die moralische Bildung des Menschen"

Volker Gallé (Mauchenheim)

Freitag, 26.August 2022, 19 Uhr

"Zur Mentalität der Aufklärung Carl von Dalbergs"

Dr. Martin A. Völker (Berlin)

"Freimaurer und Illuminaten im rheinisch-pfälzischen Raum des 18. Jahrhunderts"

Prof. Wilhelm Kreutz (Mannheim)

Die Aufklärung am Rhein und die Dalberger

Die französische Aufklärung stieß im 18.Jahrhundert besonders beim deutschen Bildungsbürgertum in den rheinischen Städten auf großes Interesse. Über Lesegesellschaften, die sich auch mit Zeitungen aus Straßburg versorgten, wurden die Ideen von Freiheit und Gleichheit über Standes- und Konfessionsgrenzen hinweg diskutiert. Die Mainzer Universität berief Professoren, die sich am Gedankengut der Aufklärung  orientierten. Neben Rousseau und Montesquieu spielte hier vor allem Kant eine nachhaltige Rolle. Es kam auch zur Gründung von Freimaurerlogen. Aus diesem Milieu kamen die meisten Mitglieder der Gesellschaften der Freunde der Freiheit und Gleichheit, die in der Mainzer Republik 1792/93 eine Rolle spielten, sei es in Mainz, Worms, Speyer oder den Landgemeinden.

Der gesellschaftliche Umbruch der napoleonischen Zeit erfasste auch von der Aufklärung inspirierte Adelskreise wie die Dalberger und prägte selbst nach dem Wiener Kongress das politische Klima in den Klein- und Mittelstaaten am Rhein.

Trotz der Niederlage der Demokraten in der Revolution von 1848/49 blieb deren von frühen Verfassungen geprägte Weg als "drittes Deutschland" neben Preußen und Österreich lange Zeit eine Option für die Entwicklung eines föderalen Nationalstaates mit starken Parlamenten.

Kants "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?"

Im Jahr 1784 veröffentlichte Immanuel Kant den Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?". Beginnend mit der Feststellung "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" gab er dieser Bewegung damit ihre zeitlose Bestimmung und mit der anschließenden Forderung "Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen" ihren eindringlichen  Leitspruch. Im weiteren benennt die Schrift die Voraussetzungen, die auch heute noch für ein aufgeklärtes Zeitalter unabdingbar sind.

Jean-Jacques Rousseau - Aufklärer und Kritiker der Aufklärung

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) ist ein ambivalenter Aufklärer. In seinen beiden Discours dominiert die Zivilisations- und Gesellschaftskritik. Er vertritt mit Verve, gegen den herrschenden Adel und Klerus, die Interessen und Rechte der Freiheit, des aufrechten Bürgersinns und des einfachen Volkes. Er denkt geschichtlich. Sein Contrat Social entwirft die kaum noch realisierbare Struktur einer republikanisch freien politischen Gemeinschaft, sein Émile das Programm einer Erziehung zu persönlicher Identität inmitten einer verdorbenen Gesellschaft. Der Vortrag versucht, die verschiedenen Facetten seines komplexen Denkens darzulegen. 

Literatur der Aufklärung in der Herrnsheimer Dalbergbibliothek

Der Hauptbestand der 1883 versteigerten, mehrsprachigen Bibliothek stammte aus der Zeit zwischen 1770 und 1830. Es finden sich Werke von Rousseau, Montesquieu, John Locke und David Hume, aber auch Lessing, Schubart, Herder und Schiller. Vor allem die Französischen Aufklärer und die Weimarer Klassik werden auch in den Schriften der Dalbergbrüder Karl Theodor, Wolfgang Heribert und Johann Hugo zitiert. Emmerich Joseph hat diese Sammlung offenbar bis in den Vormärz fortgesetzt. So findet sich auch eine "Nationalgeschichte der Deutschen" von 1825/26 aus der Feder Heinrich Friedrich Gagerns.

Literatur der Aufklärung in der Herrnsheimer Dalbergbibliothek

Der Hauptbestand der 1883 versteigerten, mehrsprachigen Bibliothek stammte aus der Zeit zwischen 1770 und 1830. Es finden sich Werke von Rousseau, Montesquieu, John Locke und David Hume, aber auch Lessing, Schubart, Herder und Schiller. Vor allem die Französischen Aufklärer und die Weimarer Klassik werden auch in den Schriften der Dalbergbrüder Karl Theodor, Wolfgang Heribert und Johann Hugo zitiert. Emmerich Joseph hat diese Sammlung offenbar bis in den Vormärz fortgesetzt. So findet sich auch eine "Nationalgeschichte der Deutschen" von 1825/26 aus der Feder Heinrich Friedrich Gagerns.

"Zur Mentalität der Aufklärung Carl von Dalbergs"

Wie selbstverständlich wird bei aktuellen Debatten auf die Tradition der Aufklärung und die Tugend des Aufklärerischen und damit auf das 18. Jahrhundert verwiesen. Dieses Gemeinplatzdenken unterschlägt die historisch-konkrete Gemengelage unterschiedlich motivierter Ansätze, was Aufklärung heißt, und wie sie mit welchem Ziel betrieben wird. Der Vortrag stellt das Selbstverständnis Carl von Dalbergs vor, das in seiner Zeit viele andere Selbstdenkprozesse beeinflusst hat.

"Freimaurer und Illuminaten im rheinisch-pfälzischen Raum des 18.Jahrhunderts"

Die von der britischen Insel ausgehende Freimaurerei fasste im deutschen Südwesten erst sehr spät Fuß. Bis Ende der 1770er Jahre gab es nur in Mannheim eine Loge. Dagegen entstanden ab 1779 mehrere Bauhütten und ab 1782 illuminatische Minervalkirchen - u.a. in Worms, Heidelberg, Kaiserslautern und Grünstadt - bevor die in Bayern einsetzende Illuminatenverfolgung und das Freimaurerpatent Josephs II. 1785 die se Entwicklung jäh beendeten.

Der Eintritt ist kostenfrei!

Über eine Spende für den Förderverein würden wir uns sehr freuen.

Wie in den vergangenen Jahren hat Herr Volker Gallé das Programm im Auftrag der Kulturkoordination der Stadt Worms zusammengestellt. Mitveranstalter ist der Förderverein Schloss und Park Herrnsheim e.V..

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